# Lenzerheide **Autor*in:** Julian **Datum:** 2026-07-27 **Anzahl Antworten:** 177 - [Ueberblick](#ueberblick) - [Vertrag und Zustaendigkeiten](#vertrag-und-zustaendigkeiten) - [Skipass-Modell und operative Abwicklung](#skipass-modell-und-operative-abwicklung) - [Kalkulation, Preise und DB](#kalkulation-preise-und-db) - [Kontakte und Zusammenarbeit mit der Bergbahn](#kontakte-und-zusammenarbeit-mit-der-bergbahn) - [Wichtige Punkte rund ums Haus](#wichtige-punkte-rund-ums-haus) - [Marketing und Entwicklung](#marketing-und-entwicklung) - [Im Interview nicht abgedeckt](#im-interview-nicht-abgedeckt) ## Ueberblick Lenzerheide ist ein einfaches und sehr stabil laufendes Produkt. Es ist seit Jahren im E&P-Kosmos etabliert und die Abwicklung ist stark geregelt. Im Vergleich zu anderen Häusern fällt hier deutlich weniger operative Steuerung an. Wichtig ist vor allem, die bestehenden Abläufe sauber weiterzuführen. Das betrifft insbesondere den Vertrag rund um die Hotelpässe, die Preislogik über die Saison, die Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern vor Ort und einige wenige hausbezogene Punkte. Zum Haus selbst liegt laut Julian alles ab. Markus als Hausmanager kennt das Haus gut. ## Vertrag und Zustaendigkeiten Für Lenzerheide besteht ein Vertrag mit einer Privatperson als Verpächter. Der Produktmanager hat hier keinen direkten Kontakt zum Verpächter. Der Austausch läuft über: - Florian - Rolf Alles, was mit oder am Haus gemacht wird, läuft über diese beiden im Austausch mit dem Verpächter Herco Onida. Im Unterschied zu anderen Destinationen muss der Produktmanager hier am Haus selbst kaum mitentscheiden. ## Skipass-Modell und operative Abwicklung Der zentrale Unterschied zu anderen Häusern ist der Vertrag über 70 Hotelpässe. Das Haus hat mehr Betten als diese 70 Pässe, insgesamt sogar 78 Betten. Kalkuliert wird trotzdem mit 72 Personen, weil nicht immer alle auf die Piste gehen. Wenn doch mehr Skipässe benötigt werden, werden zusätzliche Pässe gekauft oder es fällt eine Strafe an. Julian hat die Kalkulation dazu geprüft und kommt zu dem Schluss, dass es sich nicht lohnt, dauerhaft einen 71. oder 72. Pass zusätzlich einzukaufen. Ein zusätzlicher Pass würde nach seiner Kalkulation nur auf plus/minus null hinauslaufen, weitere Pässe würden die Kosten erhöhen. Deshalb bleibt das Modell bei 70 Pässen, und zusätzliche Bedarfe werden im Einzelfall abgefangen. Wenn klar ist, dass eine Gruppe zum Beispiel mit 78 Personen anreist, wird einkalkuliert, dass zusätzliche Skipässe gekauft werden müssen. Ab der 73. Person wird das entsprechend über Gruppenkontingente ergänzt. Dabei soll die Hausleitung auf den günstigsten Tarif achten. Da es altersabhängige Tarife gibt, sollen bei Kindern gezielt die passenden Tickets gekauft werden. Die 70 Hotelpässe werden einmalig gekauft und in der P&K als Hauskosten geführt. Es gibt deshalb keine klassische Skipass-Kalkulation pro Reise, die in den Reisepreis eingerechnet wird. Das vereinfacht die Preisgestaltung über die Saison. Für das Team werden Saisonpässe gekauft, die sogenannten Local Passes. Dabei gilt: - Hauptkontakt dafür ist Silja. - Es gibt bereits einen Link zur Beantragung. - Die Beantragung sollte erst erfolgen, wenn das Team feststeht, weil die Pässe personalisiert werden. - Carsten als RM kennt den Ablauf und kümmert sich darum. - Die Abwicklung sollte möglichst vor der Saison erfolgen. - Die Bestellung kann auf Rechnung laufen, damit das Team vor Ort nicht viel per Kreditkarte zahlen muss. - Wenn sich jemand verletzt oder ausgetauscht wird, kann der Pass umgeschrieben werden. Für die 70 Hotelpässe liegt bereits alles vor. In diesem Zuge wird auch der Vertrag für die 70 Pässe unterschrieben. Alle weiteren Skipässe werden vor Ort bei der Bergbahn als leere Rohlinge gekauft und per Kreditkarte bezahlt. Das läuft über den Hausleiter. Alternativ können bei der ersten Bestellung auch direkt zusätzliche Karten zur Abholung mitbestellt und auf Rechnung bezahlt werden. Der Standard-Skipass läuft sechs Tage von Sonntag bis Freitag. Samstag ist An- und Abreisetag und wird optional sehr günstig mit angeboten. Hintergrund ist, dass die Pässe nicht pro Tag bezahlt werden, sondern bereits im Hauskostenmodell enthalten sind. Deshalb ist in Lenzerheide die Auslastung besonders wichtig. Ziel ist, immer mindestens 70 Personen im Haus zu haben, damit die vorhandenen Pässe optimal genutzt werden. Wichtig für die Ausgabe: Mit dem normalen Skipass kann man bereits Samstagnachmittag auf die Piste. Das ist in den eigenen Prozessen nicht vorgesehen und steht laut Julian auch so kommuniziert. Deshalb soll die Skipass-Ausgabe erst am Samstagabend erfolgen, damit Gäste nicht schon vorher auf die Piste gehen. Die Abwicklung der Schiebepässe beziehungsweise Zusatzkäufe macht die Hausleitung. ## Kalkulation, Preise und DB Lenzerheide ist finanziell relativ klar strukturiert. Weil die 70 Hotelpässe bereits in den Hauskosten stecken, lassen sich die Preise über die Saison vergleichsweise einfach herunterrechnen. Das ermöglicht auch sehr günstige Vorsaison-Tarife. Julian nennt 399 als sehr guten Abpreis für eine Wochenreise. In der Vergangenheit zeigte sich laut den Buchungszahlen, dass danach einzelne Termine auch etwas höher bepreist werden konnten, weil das Haus sehr früh ausverkauft war. Die Saisonlogik ist dabei klar: - Vorsaison: nur Endkunden - Hauptsaison: in der Regel nur Gruppen - davon etwa 90 % Stammgruppen Das Haus ist meist schon im Juli verkauft, inklusive Vorsaison. Ziel ist ein DB von 275.000 bis 280.000. Um diesen Bereich zu halten, sind moderate Preiserhöhungen nötig. Julian hat die Preise deshalb angehoben. Das führte bei einigen Gruppen zu Beschwerden, vor allem weil die Preise dort über Jahre nicht erhöht worden waren und die Anpassung dadurch jetzt stärker ausfiel. Die Herausforderung liegt laut Julian darin, Stammgruppen regelmäßig moderat anzupassen, statt mehrere Jahre gar nicht zu erhöhen. Sonst entsteht später ein größerer Sprung, der schlechter akzeptiert wird. Viel Spielraum gibt es darüber hinaus nicht, weil das Haus klein ist und die Nachfrage ohnehin gut ist. In der P&K hat Julian zusätzlich berücksichtigt: - gestiegene Nebenkosten, insbesondere Strom - zusätzliche Kosten durch Straf-Skipässe beziehungsweise nachgekaufte Pässe - Mehreinnahmen aus Tourismusabgabe beziehungsweise Ortstaxe Die Straf- und Zusatzkosten für Skipässe waren zuvor nicht vollständig eingerechnet. Julian hat deshalb geschaut, was am Saisonende tatsächlich zusätzlich zu den Hotelpässen bezahlt wurde, und diesen Betrag in die Skipass-Kalkulation aufgenommen. Gleichzeitig war die Ortstaxe bisher nicht in der P&K berücksichtigt, obwohl dort laut Julian ein Plus entsteht, weil über das Jahr mehr eingenommen als ausgegeben wird. Dadurch gleicht sich die detailliertere Kalkulation am Ende wieder aus, sodass weiterhin ungefähr derselbe DB wie in den Vorjahren erreicht wird. ## Kontakte und Zusammenarbeit mit der Bergbahn Für die operative Zusammenarbeit mit der Bergbahn sind vor allem zwei Personen relevant: - **Silja**: Abwicklung, insbesondere rund um Pässe - **Christian**: übergeordneter Ansprechpartner, mit dem sich Themen gut besprechen lassen Julian beschreibt die Zusammenarbeit mit Christian als unkompliziert, freundlich und auf Augenhöhe. Im letzten Jahr gab es dabei keine Probleme. ## Wichtige Punkte rund ums Haus Einige Punkte rund ums Haus sind besonders wichtig und sollten in der laufenden Saison beachtet werden. Die Dachterrasse muss immer frei sein. Julian wurde bei der Übergabe ausdrücklich mitgegeben, dass dort sofort geräumt werden muss, damit nichts durchhängt. Für Parkplätze gilt: - Es gibt eine Parkplatzgenehmigung für sechs Parkplätze. - Fünf werden verkauft. - Ein Parkplatz ist für das Team. Außerdem muss auf die Lautstärke geachtet werden, weil direkt Nachbarschaft am Haus ist. Für den Pisten-Picknick-Spot gilt: - Standardmäßig ist er am Proschieri-Lift. - Wenn dieser in der Nach- oder Vorsaison noch geschlossen ist, kann oben direkt im Rotor in einer Gondel beim Kioskbesitzer angefragt werden. - Das hat in den letzten zwei Jahren laut Julian gut funktioniert. - Wichtig ist, gut aufzuräumen. Zum Busparkplatz: - Direkt am Haus nur, wenn der Bus sofort wieder wegfährt. - Wenn der Bus über Nacht oder tagsüber stehen bleibt, muss er am Proschieri bleiben. - Die weitere Abwicklung dazu kennt Carsten als Reisemanager. Zum baulichen Zustand wurde nur ein Punkt genannt: Das Dach des Hauses muss künftig wahrscheinlich einmal erneuert werden. Solche Themen laufen aber ebenfalls über Rolf und Florian mit dem Verpächter. ## Marketing und Entwicklung Julian hat im letzten Jahr versucht, gemeinsames Marketing mit der Lenzerheide beziehungsweise der Bergbahn anzustoßen. Dabei wurde er über verschiedene Abteilungen und Ansprechpartner weitergeleitet. Die Ideen wurden zwar grundsätzlich positiv aufgenommen, kamen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zustande, etwa wegen Zielgruppe, Markt oder Budget. Für gemeinsames Marketing soll das Thema direkt mit Christian besprochen werden. Die bisherigen Mails liegen ab. Das Thema kann im nächsten Vorbereitungsgespräch erneut aufgenommen werden. Julian hatte außerdem angeregt, ob es perspektivisch ein weiteres Haus in Lenzerheide geben könnte. Die Bergbahn verfolgt dieses Modell dort aber nicht. Für den Hinterkopf ist Lenzerheide dennoch interessant, weil: - die Skipass-Konditionen sehr gut sind - das Skigebiet sehr gut ist - es Synergieeffekte mit Endkunden gibt, die auch in der Hauptsaison Interesse an Lenzerheide haben Das zeigte sich laut Julian auch daran, dass eine kurzfristig geschaltete Kundenreise im letzten Jahr sehr schnell voll war. ## Im Interview nicht abgedeckt Nicht näher abgedeckt wurden unter anderem: - konkrete Zimmer- und Belegungslogik im Haus - detaillierte Abläufe vor Ort im Tagesgeschäft - konkrete Dokumentenablage oder Dateipfade - Personalplanung außerhalb der Skipass-Themen - genaue P&K-Werte oder Einzelpositionen außerhalb der genannten Punkte